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[nugget] TED-Talk: The Future of Learning

Die [nugget]s sind für mich besondere Fundstücke aus dem Internet, die ich besonders hilfreich, wertvoll oder einfach nur amüsant finde. In unregelmäßigen Abständen werde ich diese goldnuggets beschreiben und wünsche viel Spaß damit!

Sugata Mitra: The Future of Learning

Das erste [nugget] ist ein wunderbarer TED-Talk von Sugata Mitra aus dem Jahr 2013 (*was ist ein TED-Talk). Sugata Mitra ist ein indischer Bildungswissenschaftler und Informatiker und spricht über seine Erfahrungen mit Schulen und Lernen, sein Projekt „Hole in the wall“ und seine Ideen für die Zukunft des Lernens. Seine zentrale These:

Schulen, wie wir sie heute kennen, sind überholt. So, wie sie aktuell konzipiert sind, brauchen wir sie nicht mehr.

Niemand braucht einen Lehrer…

Mitra hat um 2000 in Neu-Delhi als Informatiklehrer gearbeitet und Erwachsenen programmieren beigebracht. Im Slum neben seiner Arbeit waren viele Kinder, die kein Englisch konnten, noch nie einen Computer gesehen haben und erst recht nicht wussten, was das Internet ist. Wie sollten diese Kinder mit Gleichaltrigen mithalten können, deren Eltern genug Geld für Computer haben? Mitra hat diesen Kindern einen Computer vorbeigebracht (ab Minute vier) und auf die Frage, was das für ein Gerät sei, nur geantwortet: „Weiß‘ ich nicht. Wenn ihr wollt, fasst es an.“ Dann ist er gegangen. Nach acht Stunden kam er wieder und staunte nicht schlecht. Die Kinder saßen vor dem Computer und haben im Internet gesurft. Wie konnte das sein? Mitras Kollegen vermuteten, dass einer seiner Informatikschüler vorbeigekommen sei und den Kindern erklärt hat, wie man eine Maus benutzt und wie ein Computer funktioniert. Mitra wollte das nicht recht glauben, hat das Experiment mehrfach wiederholt und kommt auf noch verblüffender Ergebnisse. Kinder lernen unglaublich viel ganz ohne Anleitung.

… außer für Zuspruch und Ermunterung.

Dann hat der Wissenschaftler versucht, eine schier unmögliche Hypothese aufzustellen: Kinder, die in Südindien leben und nur Tamil sprechen, können sich innerhalb von wenigen Monaten mit Hilfe eines Computer selbst Kenntnisse über die Replikation von DNA auf Englisch beibringen. Wenn das Experiment nicht geklingt, dann – so Mitra – würde er auch wieder für Lehrer in den Schulen plädieren. Aber selbst dieses Experiment ist geglückt, nachdem Mitra einen weiteren wichtigen Baustein für Lernen gefunden hat: Zuspruch und Ermuntern. Mitra nennt das die „method of the grandmother“ und für ihn ist das die wesentliche Aufgabe, die Lehrerinnen und Lehrer haben.

Mit seinen Forschungsergebnisse als Grundlage will Mitra in Zukunft Schulen bauen, die dem folgenden Prinzip entsprechen:

„My wish is to help design a future of learning by supporting children all over the world to tap into their wonder and their ability to work together.“

Der ganze TED-Talk

Der ganze Talk, inkl. Transcripte vieler Sprachen, ist hier zu sehen:

 

Über Sugata Mitra

Sugata Mitra ist Professor für Educational Technology an der School of Education, Communication and Language Sciences der Universität in Newcastle (England). Mitra ist außerdem als Gastprofessor am Media Lab des MITs tätig. Sein Forschungsprofil und eine weitere Zusammenstellung von Publikationen ist neben dem Talk veröffentlicht. Für seine Arbeit wurde er 2012 mit dem Leonardo European Corporate Learning Award ausgezeichnet und 2013 hat er für seinen Talk den TED Preis gewonnen.

Mitra wurde durch sein 1999 begonnenes Experiment „Hole in the Wall“ bekannt, welches das Lernverhalten von Kindern ohne Anleitung und Überwachung erforschte. Angeregt durch dessen Ergebnisse gründete 2001 das NIIT mit Hilfe der Weltbank das Projekt Hole-in-the-Wall Education Ltd. (HiWEL) mit dem Ziel, Kindern in bildungsfernem Umfeld mit geringem Aufwand Lernen zu ermöglichen (Quelle: Wikipedia).

*Was ist ein TED-Talk?

TED steht für Technology, Entertainment und Design und ist für allem für die Webseite TED.com bekannt. Hier werden seit 2009 Vorträge zu den TED-Themen mit dem Slogan „ideas worth spreading“ veröffentlicht. Viele Videos werden in verschiedenen Sprachen untertitelt und mit Manuskripten und weiterführenden Links versehen. Mittlerweile gibt es zu vielen verschiedenen Themen interessante Vorträge, wie globale Themen, Kunst, Kultur und Wissenschaft.

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